Musik
Das Lieblingslied auf Abruf
In die Stadt fahren, einen Parkplatz suchen, rein ins Musikgeschäft, sich nicht zwischen all den Charthits entscheiden können und dann schließlich doch eine CD erwerben – und dies für einen hohen Betrag? Das gehört dank Musik-Streaming der Vergangenheit an. Die Gegenwart sieht hingegen folgendermaßen aus: Laptop aufklappen, online gehen, Musiktitel eingeben und – zuhören und genießen. Täglich strömen immer mehr Web-Anbieter für das kostenlose Anhören von Liedern auf den sich entsprechend vergrößernden Markt, denn die Nachfrage ist erheblich. Kein Wunder: Bequem und kostenfrei kann hier den beliebtesten Melodien gelauscht werden.
So praktisch die so genannten On-Demand-Musikdienste für den User sind, so umstritten ist es, ob sie wirtschaftlich der Musikindustrie abträglich sind. Per Mausklick an jeden gewünschten Song zu kommen, kann im Endeffekt dazu führen, dass MP3-Spieler und CD-Spieler bald der Vergangenheit angehören. Die Künstler selbst sind wenig erfreut, allerdings gibt es bereits Kooperationen zwischen großen, international operierenden Plattenlabels und Online-Musikdiensten. Die Gewinnspanne für die Artisten und Verleger ist jedoch minimal und nicht mit den Einnahmen aus dem CD-Verkauf zu vergleichen. So ergibt sich nach einer aktuellen Berechung eines unabhängigen Online-Portals, dass ein und dasselbe Lied einer Band über 1.500.000 Mal im Monat für den Erhalt des US-Mindestlohns von 1160 US-Dollar abgerufen werden müsste.
Foto: 394605 Christian-Seidel pixelio.de
Den User hingegen kümmert dies nicht so sehr wie die Tatsache, dass jeder Musikwunsch des Partygastes dank Musik-Streaming erfüllt werden kann. Darauf achten sollte man als Verbraucher allerdings, dass man auch bei einem legal operierenden Streaming-Anbieter landet. Die perfekte Seite zu finden, gestaltet sich als kompliziert – allerdings finden sich einige Seiten, die besser als andere die Wünsche aller Beteiligten erfüllen: Kostenloses Musikhören in hochwertiger Qualität bei gleichzeitiger angemessener finanzieller Beteiligung der Artisten.
Wer sich bemüht, dies alles zu verbinden, ist unter anderem die Seite MySpace, auf der ein Großteil bekannter internationaler Bands zumindest ihre populärstet Songs eingestellt hat. Und ein soziales Netzwerk zu Gleichgesinnten kann hier auch aufgebaut werden. Steereo wiederum ist eine Tochterfirma von Holtzbrinck und bietet über zwei Millionen Lieder, die dem einmal Angemeldeten uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Unterschiedliche Werbeträger finanzieren die umfassende Seite. Und die Webseite Simfy gibt es erst einige Monate, doch macht sich bereits ebenfalls einen Namen. Wer auf Werbeeinspielungen hier verzichten möchte, der kann das Premium-Paket für rund zehn Euro im Monat buchen, das ungestörten Musikgenuss verspricht.
Was auch immer die Zukunft bringen mag – weiter geht es bestimmt mit dem beliebten Musikstreaming. So dass ein jeder stets genau dem Lauschen kann, wonach ihm gerade der Sinn steht.
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